Rettungshundestaffel

Einleitung

Mit der Einrichtung einer Einheit zur biologischen Wasserortung in der Ortsgruppe Georgsmarienhütte wurde im Sommer 2004 mit zwei Hunden begonnen. Die Hunde sollten die Position ertrunkener Personen vom Boot aus durch Bellen markieren um für die Einsatztaucher das Suchgebiet einzugrenzen. Schon nach den ersten versuchen wussten wir, dass wir auf die vierbeinigen Helfer nicht mehr verzichten wollten. Nach fast drei Jahren intensiver Ausbildung und Schulung war es dann so weit: Nach einem Badeunfall im Rubbenbruchsee Osnabrück im Frühjahr 2007 wurde eine männliche Person vermisst und einer unserer Hunde kam erstmalig zum Einsatz. Die von unserem Hund angezeigte Stelle wurde später von einem Wasserortungshund der Polizei bestätigt, so dass wir unser Suchgebiet stark eingrenzen konnten. Aufgrund der widrigen Umstände (20m Wassertiefe und "Null-Sicht") an dieser Stelle im See konnte die gesuchte Person jedoch nie gefunden werden.

Im Mai 2008 kamen zwei unserer Hunde bei einem Sucheinsatz im Heidesee Bad Laer zum Einsatz: Die durch beide Hunde angezeigte Stelle war deckungsgleich mit dem Fundort der Leiche, welche dann kurze Zeit später durch einen Einsatztaucher unserer Schnell-Einsatz-Gruppe geborgen wurde.

Die zurzeit aus vier Hundeteams bestehende Rettungshundestaffel mit Schwerpunkt biologische Wasserortung und Mantrailing übt mindestens einmal die Woche im Raum Osnabrück für den Einsatzfall. Die DLRG Georgsmarienhütte ist Mitglied im Bundesverband zertifizierter Rettungshundstaffeln e.V..

Mantrailing

Durch das Training für die Wasserortung ergibt sich die Möglichkeit die Hunde auch landgebunden äußerst effektiv, als so genannte „Mantrailer“, einzusetzen. Hier wird der Hund mit einem Geruchstoff der vermissten Person (Kleidung etc.) vertraut gemacht und kann dadurch die Spur der Person, auch unter schlechtesten Bedingungen, zuverlässig verfolgen. Im Gegensatz zum Flächensuchhund, der jede Person im Suchgebiet anzeigt, findet der gut ausgebildete Mantrailer ausschließlich die gesuchte Person.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Mantrailing.

Wasserortung

In der Wasserortung wird das selbe Prinzip angewandt und der Hund nach Geruchsprobe mit einem Boot über die Wasserfläche gefahren. Bei einer ertrunkenen Person steigen schon nach kurzer Zeit Geruchsstoffe an die Wasseroberfläche auf, welche von den Hunden gerochen und angezeigt werden. Jeden angezeigten Punkt eines Hundes lassen wir grundsätzlich durch einen zweiten Hund bestätigen. Die Positionen werden dann durch Bojen und GPS markiert wodurch dann, durch berechnen mit Faktoren wie Wassertiefe, Strömungen, Windversatz etc., ein relativ kleiner abzusuchender Suchquadrant für die Taucher entsteht.

 

Ausbildung

Eine Fachspezifische Ausbildung findet unter der Aufsicht der Leiterin der Gruppe Heike Teepe statt. Hier wird unter anderem die Wasserrettungspuppe der Fa. Ruth Lee LTD. erfolgreich eingesetzt. Jeder Hundeführer wird von der Ortsgruppe Georgsmarienhütte zum Sanitäter (Sanitätslehrgang B) ausgebildet. Natürlich werden die Hundeführer auch in der allgemeinen Gefahrenabwehr und im Katastrophenschutz aus- und fortgebildet, so das auch neben der Arbeit mit den Hunden der Einsatz bei Katastrophenschutzeinsätzen möglich ist.

Die Hunde werden in entsprechenden Seminaren für ihre Arbeit qualifiziert, eine Prüfungsordnung der DLRG für Rettungshunde wird abgestrebt und ist zurzeit unter Mitarbeit unserer Hundeführer in der Planungsphase.

Material

Der Gruppe steht eine breite Palette an Ausrüstungsgegenständen zur Verfügung, darunter BOS – Funkgeräte, Sanitäts- und Notfallrucksäcke, Krankentragen und Spineboards und das Motorrettungsboot der Ortsgruppe. Selbstverständlich verfügt jeder Hundeführer über geprüte und zugelassene (GUV R 2106, EN471 Kl.3) persönliche Schutzausrüstung welche auch im Straßenverkehr und bei Kontakt mit evtl. kontaminiertem Material ausreichenden Schutz bietet. Außerdem können unsere Hundeführer bei Bedarf auf bestehende Einrichtungen der Ortsgruppe wie Fachpersonal (Einsatztaucher, Bootsführer, Rettungsassistenten) und das Einsatzleitfahrzeug zurückgreifen.

Ein dringend notwendiges eigenes Einsatzfahrzeug zum Transport der Hunde und für die notwendige ergänzende technische Wasserortung (Side – Scan – Sonar) konnte bislang aus kostengründen leider nicht realisiert werden, hierzu benötigen wir noch großzügige Spender.